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Kick-Off des NC-Jugendforums

Das Netzwerk Kinderrechte hat ein eigenes Jugendforum! Beim ersten Treffen kamen 13 junge Menschen aus acht Bundesländern zusammen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Kinder und Jugendliche ihre Perspektive stärker einbringen können, insbesondere im Kontext des UN-Staatenberichtsverfahrens.

Die Teilnehmenden selbst beschreiben das Wochenende so:

Junge Perspektiven stärken: Ein neuer Ansatz für Kinderrechte in Deutschland.
Vom 15. bis 17. Februar waren wir in Berlin: 13 Jugendliche aus ganz Deutschland zwischen 11 und 18 Jahren. Ein interaktives Arbeitstreffen voller Visionen, Fragen und einer gemeinsamen Mission: Wir wollen Kinderrechte erleben, verstehen und mitreden, wenn es um unsere Zukunft geht.
Die Grundlage: Ein internationales Abkommen, das uns alle betrifft
Im Zentrum unserer Arbeit steht dabei die UN‑Kinderrechtskonvention. Seit über 30 Jahren verpflichtet sie Staaten weltweit, Kinder nicht nur zu schützen, sondern ihnen auch echte Beteiligung zu ermöglichen.

Damit das nicht nur auf dem Papier passiert, gibt es das Staatenberichtsverfahren der Vereinten Nationen. Klingt technisch, ist aber simpel: Länder legen hier der UN dar, wie sie Kinderrechte umsetzen.

Aktuell befinden wir uns in einer entscheidenden Phase dieses Prozesses: Der sogenannten Follow‑up‑Phase. Hier wird überprüft, ob Deutschland seine politischen Versprechen wirklich einhält. Sogenannte Staatenberichte sind zunächst nämlich vor allem eines: Selbstbeschreibungen. Und genau deshalb braucht es uns. Wir sind diejenigen, die nachfragen, die kritisch hinschauen — die prüfen:
Verbessert sich die Situation von Kindern und Jugendlichen wirklich? Oder anders gesagt: Hat die Regierung ihre Hausaufgaben gemacht?
Worum es wirklich geht
Damit diese Frage nicht nur von Ministerien beantwortet wird, sondern auch von denen, um die es eigentlich geht, setzen wir uns mit Themen auseinander, die Kinder und Jugendliche direkt betreffen. Wir arbeiten zu Kinderarmut. Bildungsbenachteiligung. Dem Verhältnis von KI zu Kindern und Jugend. Der Frage, ob ein Social Media-Verbot verhängt werden sollte – und vor allem: wer dabei mitreden darf.

Dabei fällt uns ein Muster immer wieder auf. Wir erkennen eine oft unsichtbare — und mit ihr auch die einzige — Form von Diskriminierung, aus der man Rauswachsen kann: Adultismus – die strukturelle Tendenz, jungen Menschen weniger Kompetenz zuzutrauen und ihre Perspektiven allein aufgrund ihres Alters zu unterschätzen — und geben ihm ein Wort: „Adulting“.

Unser Motto ist klar: Wir wollen kein Adulting. Wir wollen, dass Kinder- und Jugendperspektiven ernst genommen werden und sichern ihre Mitbestimmung.

Das Recht auf Partizipation ist deswegen unser Lieblingskinderrecht. Es bedeutet, nicht erst nachträglich gefragt zu werden, sondern von Anfang an am Tisch zu sitzen und Entscheidungen mitzugestalten, mitzudenken.

Und das Wochenende? Nur der Anfang.
Unser Ziel für dieses Jahr ist bedeutsam: Wir wollen eine dauerhafte Partizipationsstruktur für Kinder und Jugendliche im Rahmen des UN‑Staatenberichtsverfahrens schaffen.

Nicht punktuell, nicht symbolisch – sondern als fester Bestandteil des Monitorings. Junge Menschen sollen aktiv mitbewerten, wie Kinderrechte in Deutschland umgesetzt werden.

Wir haben Energie. Wir haben Ideen. Und wir haben einen klaren Anspruch: Kinderrechte sichtbar machen, Adulting aufdecken und echte Partizipation für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland leben.

 

Der Start eines gemeinsamen Prozesses
Die Perspektiven der Jugendlichen zeigen, worum es im Jugendforum geht: echte Beteiligung statt symbolischer Mitwirkung. Das Kick-Off war der erste Schritt, um diese Ansprüche gemeinsam weiterzuentwickeln.

Neben dem intensiven Austausch stand auch die gemeinsame inhaltliche Grundlage im Fokus. Die Teilnehmenden erhielten einen Einblick in die UN-Kinderrechtskonvention sowie in das Staatenberichtsverfahren. Ziel war es nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern dieses direkt in eigene Perspektiven und Ideen zu übersetzen.

Begleitet wurde das Wochenende von zwei externen Beteiligungsmoderator:innen, die mit interaktiven Methoden arbeiteten, durch die Inhalte verständlich und praxisnah vermittelt wurden.

Das Ziel: Echte Beteiligung ermöglichen
Das Jugendforum verfolgt ein klares Ziel: die Entwicklung eines Konzepts für die dauerhafte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen am gesamten UN-Staatenberichtsverfahren. Dabei steht von Anfang an fest, dass das Konzept gemeinsam mit jungen Menschen entwickelt wird. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Welche Formen von Beteiligung wünschen sich Kinder und Jugendliche? Was motiviert sie, ihre Meinung zu äußern? Welche Themen sich ihr besonders wichtig? Gleichzeitig eröffnet das Jugendforum die Möglichkeit auch in weiteren Bereichen der NC aktiv mitzuwirken und so Beteiligung praktisch zu erleben.

Das Kick-Off war mehr als ein erstes Treffen, es war der Startpunkt für einen Prozess, der langfristig Wirkung entfalten soll. Die Botschaft ist klar: Kinder und Jugendliche wollen nicht nur gehört werden. Sie wollen mitgestalten. In den kommenden Monaten wird das Jugendforum seine Arbeit vertiefen und konkrete Ideen für die dauerhafte Beteiligungsstruktur entwickeln.