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Rückblick auf die Veranstaltung zum General Comment 26

Am 17. April 2024 haben terre des hommes Deutschland und die National Coalition Deutschland-Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention zu einer ganztägigen Veranstaltung im Festsaal der Berliner Stadtmission eingeladen. Unter dem Titel General Comment 26 – Kinderrechte im Kontext von Klimakrise und Umweltzerstörung umsetzen diskutierten Expert:innen der Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik. Anlass war unter anderem die Veröffentlichung der deutschen Version des General Comments 26 Kinderrechte und Umwelt mit einem besonderen Fokus auf den Klimawandel (GC 26) durch das Deutsche Institut für Menschenrechte und die BAG Kommunale Kinderinteressenvertretungen, das nun auf der Webseite kinderrechtekommentare.de einsehbar ist. Auch die kinderfreundliche Version des GC 26 ist nun auf Deutsch verfügbar und wurde im Rahmen der Veranstaltung offiziell vorgestellt. Die kinderfreundliche Textversion sowie das übersetzte Animationsvideo zum GC 26 finden sich z.B. hier.

Umweltschäden stellen eine erhebliche Bedrohung für Kinderrechte dar. Kinder weltweit fordern, dass umgehend gehandelt wird. Eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass Kinder alle ihre Rechte wahrnehmen können. Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes hat deshalb im Jahr 2023 mit dem GC 26 ein Dokument verfasst, das den Regierungen Orientierung gibt, wie die Kinderrechte mit der Umwelt und dem Klimawandel zusammenhängen, und konkrete Handlungsempfehlungen aufzeigt.

Nach einer Begrüßung durch Bianka Pergande, Sprecherin der National Coalition, und Joshua Hofert, Vorstand und Sprecher Kommunikation bei terre des hommes Deutschland, die sowohl die Relevanz und Dringlichkeit des Themas der Veranstaltung betonte und andererseits die Rolle der Zivilgesellschaft an der Erstellung des General Comments hervorhob, moderierte Üwen Ergün, Sprecher der National Coalition, durch den Tag.

            

David Boyd, UN Special Rapporteur on human rights and the environment, sprach in einem Grußwort von der Bedeutsamkeit des nun verankerten Rechtes auf eine gesunde, saubere und nachhaltige Umwelt. Das vollständige Video können Sie sich hier ansehen. Auch die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, Ekin Deligöz, richtete ein Grußwort an die Teilnehmenden und hob politische Fortschritte im Bereich Kinderrechte und Umweltschutz der vergangenen Jahre hervor. Ratin Sazedul, der im Danube Youth Council und als stellvertretender Vorsitzender im Beirat der National Coalition aktiv ist, formulierte im letzten Grußwort, dass die Umsetzung des GC 26 eine dringliche Aufgabe sei, an der Kinder und Jugendliche unbedingt beteiligt werden müssen.

     

Es schloss sich ein Impuls zur aktivistischen Perspektive auf den GC 26 an. Sakiye Boukari, Diaspora Vote und ehemalige EU-Jugendvertreterin und Raina Ivanova, aktiv bei Youth:Present beim World Future Council, zeigte eindrückliche Bilder der Klimakatastrophe im Globalen Süden und betonten die Verantwortung Deutschlands Klimagerechtigkeit zu fördern. In ihrem Vortrag ließen sie vor allem junge Menschen aus Gegenden zu Wort kommen, die am meisten von der Klimakrise betroffen sind, und machten auf deren Perspektive und Forderungen aufmerksam. Die Folien des Vortrags finden Sie hier.

   

Für die Podiumsdiskussion zur Entstehung und Umsetzung des GC26 (auf Englisch) baten wir Maya-Natuk Rohmann Fleischer, Mitglied im Children Advisory Team zum GC26, Jonas Schubert, Advocacy coordinator terre des hommes Deutschland, und Velina Todorova, Mitglied im UN Committee on the Rights of the Child, auf die Bühne, um ihre Erfahrungswerte mit der Erarbeitung des GC 26 mit uns zu teilen. Velina Todorova gab Einblick in den Prozess, der zu einer Entscheidung für das Thema des GC 26 führte, bei dem vor allem junge Aktivist:innen eine zentrale Rolle spielten. Sie erläuterte außerdem, wie Kinderrechte im Kontext von Umwelt und Klimawandel zukünftig im UN-Berichterstattungsprozess berücksichtigt werden. Bereits jetzt erhalten erste Staaten Empfehlungen bezüglich der Umsetzung der Kinderrechte in diesem Zusammenhang. Jonas Schubert erklärte die Beteiligung von terre des hommes als civil society partner bei der Erarbeitung des GC 26 und teilte seine Vorstellungen bezüglich einer Kooperation zwischen diversen Akteur:innen bei der Umsetzung des GC 26. Die laufende Veranstaltung sei dafür beispielsweise ein sehr guter Anfang. Maya-Natuk Rohmann Fleischer beschrieb die beispielhafte Beteiligung von jungen Menschen an der Erstellung des GC 26 und machte deutlich, dass von den Staaten nun voller Einsatz erforderlich sei, um die Kinderrechte entsprechend dem GC 26 auszulegen und umzusetzen. Alle drei Panelist:innen brachten auch erste Ideen zur Umsetzung des GC 26 vor und waren sich einig, dass die Umsetzung ebenso wie die Erstellung des GC 26 nur unter wirksamer Beteiligung von Kindern und Jugendlichen stattfinden könne.

     

Nach einem veganen Mittagessen ging es in den Austausch im World Café zur Umsetzung des GC26 in spezifischen Bereichen über. In vier Runde wurde an folgenden Thementische diskutiert:

  1. GC26 in der Praxis umsetzen
  2. Perspektiven von jungen Menschen auf Umwelt- und Klimaschutz (auf Englisch)
  3. GC 26 aus Blick des Deutschen Instituts für Menschenrechte
  4. Auswirkungen der Klimakrise auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
  5. Herausforderungen und Chancen des GC26 in der Kinder- und Jugendhilfe aus Trägerperspektive
  6. Bildung für nachhaltige Entwicklung
  7. Klima & Klimaanpassung
  8. Wirtschaftliche Aspekte von Umwelt-, Klima- und Kinderrechteschutz

     

Gemeinsame Ideen und Ergebnisse des Austausches wurden in einem Padlet festgehalten und anschließend im Plenum zusammengefasst und erläutert. Das Padlet hält erste Ideen für die Umsetzung des GC 26 in diversen kinderrechtlich relevanten Bereichen fest und stellt einen Anfang für die Kooperation innerhalb der Zivilgesellschaft dar, um sich mit den Kinderrechten im Kontext von Umwelt und Klimawandel auseinanderzusetzen.