Wie man einen Bericht über Kinderrechte schreibt: Teil 7

Bereits 15 Mitgliedsorganisationen haben den Sprung ins Wasser gewagt und sind den Themenpaten geworden.

Jetzt geht die nächste Etappe der Arbeit los: Die Schreibarbeit. Erste Entwürfe, neue Kontakte, grobe Gedanken.

Insgesamt 15 Mitgliedsorganisation haben den Sprung ins kalte Wasser gewagt und eine Themenpatenschaft übernommen. Im letzten Blog haben wir bereits verraten, wer zu welchem Thema mit anderen zusammenarbeitet. Doch diese Sprünge ins kalte Wasser sehen für mich vom Beckenrand ganz unterschiedlich aus: manche strukturiert, gezielt und geübt; andere voller überbordender Energie und mit vielen künstlerischen Einlagen. Und natürlich stehen auch noch einige am Beckenrand und überlegen, ob sie es wagen.

Von außen betrachtet

Mit der Distanz einer Nicht-Schreibenden beobachte ich, dass es den meisten leicht fällt Empfehlungen zu formulieren. Besonders allgemein gehaltene Empfehlungen, grobe Richtungen sind für Vertreterinnen und Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen das Tagesgeschäft und somit auch oft Inhalt des ersten Entwurfs. Doch schon durch die Diskussion mit einer zweiten Person, die diesen Entwurf liest, kommt es zu Präzisierungen der Empfehlungen. Dieser Dialog untereinander ist Gold wert.

Kritik braucht Recherche

Eine zweite allgemeine Beobachtung in diesem sehr frühen Stadium der Schreibarbeit ist die eher spärliche Analyse der Themenpaten von den Maßnahmen der Bundesregierung in den letzten Jahren. Dies war schon im letzten Berichtszyklus so und wurde einer unserer guten Vorsätze für 2018/2019. Gut möglich, dass wir hierfür noch eine bessere methodische Idee brauchen. Die Themenpaten werden sich im September treffen um mit einem kollegialen Schulterblick die ersten Entwürfe der Kollegen und Kolleginnen anzuschauen. Dabei werden wir Gelegenheit haben, Schnittstellen der Texte zu diskutieren und über den Schreibprozess zu sprechen.

Freiheit geht mit Verantwortung einher

Die dezentrale Arbeitsweise, in der einzelne Mitglieder die Themenpatenschaft für ein Thema übernehmen und den Input von anderen Mitgliedsorganisationen einfließen lassen, ist eine Arbeitsweise, die einen sehr nahen und direkten Kontakt erlaubt. Einen direkten Kontakt zwischen den Mitgliedsorganisationen untereinander und einen direkten Kontakt mit der Geschäftsstelle. Das Netzwerken ist ein wichtiges Ziell unserer Arbeit, deshalb kommt diese Arbeitsweise diesem Ziel entgegen. Trotzdem ist das Verschieben der Verantwortung für die einzelnen Teilprozesse, dem Schreiben der einzelnen Teile des Berichts, nicht ohne Kritik. Einige wünschen sich eine stärkere Koordinierung durch die Geschäftsstelle, ein stärkeres Steuern und Lenken.

Wir versuchen hier einen schmalen Grat zu gehen. Auf der einen Seite gibt es klare Rahmenbedingungen wie:

  • der Länge des Textes als Richtlinie im Endprodukt (300, 500 oder 1000 Worte),
  • der Bereitstellung von Leitfragen,
  • einem klaren Abgabetermin des ersten Entwurfs am 31. August,
  • und dem Auftrag zur Zusammenarbeit mit anderen.

Und auf der anderen Seite eine möglichst große Freiheit in der Mitarbeit:

  • die Wahl des Themas nach Interesse,
  • Absprache mit anderen Interessierten zur Übernahme der Themenpatenschaft,
  • die Wahl der Arbeitsweise,
  • eigene Terminplanung der Zwischenschritte bis zum Abgabetermin.

Wie gut wir diese Balance halten, werde ich unsere Themenpaten und Themenpatinnen im September fragen. Feedbacks sind aber jederzeit unter bericht(at)netzwerk-kinderrechte.de willkommen.

Im nächsten Blogbeitrag werde ich über die Möglichkeit berichten, ab September neue Themen einzubringen. Wie genau eine Mitgliedsorganisation das tun kann, wird hier nachzulesen sein.

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