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Materialpaket: Kinderrechte und Intersektionalität

Heute, am 19. Mai, ist der Diversity-Tag, an dem auf Vielfalt in der Arbeitswelt aufmerksam gemacht wird. Vielfalt ist ein zentraler Aspekt in der Arbeit des Netzwerks Kinderrechte: Pädagogische Fachkräfte und Lehrer:innen begleiten Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Lebensrealitäten, Erfahrungen und Zugehörigkeiten. Nicht alle Kinder erleben ihre Rechte gleichermaßen: Herkunft, Geschlecht, Behinderung, Armut, Sprache, Aufenthaltsstatus, Religion oder sexuelle Orientierung können beeinflussen, wie Kinder Zugang zu Bildung, Gesundheit, Schutz und Beteiligung erhalten. Der Begriff Intersektionalität beschreibt das Zusammenwirken verschiedener Diskriminierungs- und Ungleichheitsverhältnisse. Kinder erleben Benachteiligungen oft nicht isoliert, sondern in komplexen Überschneidungen. 

Lehrer:innen und pädagogische Fachkräfte finden in dem Materialpaket zu Kinderrechten und Intersektionalität Fachinformationen, Arbeitsmaterialien, Broschüren, Kinder- und Jugendbücher, Methoden, Filme und Impulse zur Erweiterung der eigenen Kompetenz sowie zur Gestaltung von diskriminierungssensiblen Bildungseinheiten. 

In diesem Beitrag stellen wir die Kinderrechte vor, die sich auch in unserer Materialsammlung wiederfinden:   

Artikel 2 der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet dazu, alle Kinder vor Diskriminierung zu schützen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, Behinderung oder sozialem Status. Dieses Recht bildet die Grundlage für intersektionales Denken in pädagogischen Kontexten. Wem das Konzept der Intersektionalität neu ist, findet Informationen in dem Fachartikel Das Konzept der Intersektionalität und seine Bedeutung für die MenschenrechteDie Lehrfilmreihe Kinderrechte für Alle vermittelt praxisnahe Impulse für eine anti-rassistische und kultursensible Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Broschüre An alle gedacht?! Medienpädagogik intersektional gestalten und Beteiligung aller ermöglichen ist eine Orientierungshilfe für pädagogische Fachkräfte, die sich das erste Mal mit dem Thema Intersektionalität beschäftigen. Das Buch Partizipation aus der Sicht von Mädchen* denken behandelt die Beteiligung von Mädchen* an gesellschaftlichen und politischen Prozessen und gibt praxisnahe Empfehlungen für eine inklusivere Beteiligung. 

Für einen Einstieg in das Thema Intersektionalität im Studium eignen sich die Fachbücher Intersektionale Pädagogik für Erziehungswissenschaft und Pädagogik, Kindheit und Kindheitsforschung intersektional denken in der Kindheitsforschung und Intersektionale Hochschullehre in der Lehramtsausbildung. In Artikel 22 der UN-Kinderrechte steht, dass geflüchtete Kinder besondere Schutzrechte haben. Die Materialien Wege zu einer intersektionalen und inklusiven pädagogischen Praxis in der Begleitung von Kindern und Familien mit Fluchterfahrung zeigen, wie Flucht- und Migrationserfahrungen die Lebensrealität vieler Kinder prägen und eine diskriminierungskritische Kindheitspädagogik erfordern. 

Konzeptuelle Ansätze zum Abbau von Diskriminierung an Schulen bieten die Bände Diskriminierungskritische Schule und das dazugehörige Praxisbuch. Das Recht auf Gesundheit steht in Artikel 24 der UN-Kinderrechte und umfasst körperliches und psychisches Wohlbefinden. Doch auch Gesundheitschancen sind ungleich verteilt. Die Expertise Impulse zur Resilienzförderung am Lern- & Lebensort Schule bietet praxisnahe Hinweise für eine gesundheits- und resilienzfördernde Schulentwicklung.  

In der Bildungspraxis mit jungen Menschen kommen beim Thema Intersektionalität ebenfalls viele Rechte zum Tragen: Kinder haben das Recht auf Wahrung ihrer Identität, einschließlich ihres Namens, ihrer Herkunft und familiären Beziehungen, festgeschrieben in Artikel 8 der UN-Kinderrechte. Intersektionale Pädagogik bedeutet hier, unterschiedliche Lebensrealitäten ernst zu nehmen und Kindern Möglichkeiten zu geben, ihre Identitäten sichtbar und selbstbestimmt auszudrücken. Passende Filme finden sich in dem Dossier Intersektionale Perspektiven im Film. Die Unterrichtsmodule zwischentöne. Materialien für Vielfalt im Klassenzimmer unterstützen Lehrkräfte, Unterrichtseinheiten zu gestalten, die Schüler:innen zur Reflexion über Diversität, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Zusammenhänge anregen.  

Kinder haben ein Recht auf angemessene Lebensbedingungen, die ihre Entwicklung fördern (Artikel 27 der UN-Kinderrechtskonvention). Armut beeinflusst Bildungs- und Teilhabechancen erheblich. Wenn Armut mit weiteren Diskriminierungsformen zusammenkommt, verstärken sich Benachteiligungen häufig. In der Handreichung Armutssensibles Handeln in der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit wird aufgezeigt, wie Jugendarbeit armutssensibel gestaltet und durch reflektierte Haltungen sowie passende Angebote Armutsfolgen entgegengewirkt werden kann. Das Klassenbuch ist ein kindgerecht gestaltetes Sachbuch über Klassismus, das sich zum begleiteten Lesen an Kinder ab etwa 8 Jahren richtet. 

Kinder mit Behinderungen haben gemäß Artikel 23 der UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben sowie auf gleichberechtigte Teilhabe. Inklusive Pädagogik fragt auch, wer an Angeboten teilnehmen kann und welche Vorstellungen von “Normalität” pädagogische Räume prägen. Die Bildkarten Was machen wir morgen? regen zum Nachdenken über unterschiedliche Lebenssituationen und Identitäten in Jugendgruppen an und darüber, wie sie inklusiver gestaltet werden können. Unsa Haus und andere Geschichten ist ein Buch für Kinder ab 5 Jahren, dass sie darin bestärken soll, sich selbst anzunehmen und Vielfalt als selbstverständlich anzunehmen. 

Für pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte bedeutet diskriminierungssensibles Handeln: Kinderrechte gelten für alle Kinder – aber nicht alle Kinder haben die gleichen Voraussetzungen, ihre Rechte zu verwirklichen. Eine diskriminierungssensible, machtkritische und inklusive Pädagogik kann dazu beitragen, Teilhabe zu stärken und Kinder in ihrer Vielfalt ernst zu nehmen. 

Die Bildungsmaterialien werden auf dem Kinderrechte-Portal vorgestellt.