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Materialpaket: Kinderrechte und geschlechtliche Vielfalt 

Der Queer History Month im Februar erinnert weltweit an die Geschichte, Kämpfe und Errungenschaften queerer Menschen und gibt Anlass dazu, das Thema geschlechtliche Vielfalt im Kontext der Kinderrechte zu betrachten. Kinder wachsen in einer vielfältigen Gesellschaft auf und erleben ihre Geschlechtsidentität vielfach jenseits gesellschaftlicher Normen. Die UN-Kinderrechtskonvention gibt einen klaren Rahmen für die enge Verknüpfung geschlechtlicher Vielfalt mit den Rechten auf Schutz, Bildung, Gesundheit, Beteiligung und Nicht-Diskriminierung.   

In unserem Materialpaket finden pädagogische Fachkräfte, Lehrer:innen und kulturelle Bildner:innen Fachinformationen, um die eigene Fachkompetenz im Themenfeld geschlechtliche Vielfalt und Kinderrechte zu erweitern sowie Unterrichtseinheiten, Broschüren, Leitfäden, Planspiele, Kinderbücher sowie Webangebote, um geschlechtliche Vielfalt mit Bezug auf die Kinderrechte in ihren Bildungseinheiten aufzugreifen.   

In diesem Artikel stellen wir die Kinderrechte vor, die sich auch in unserer Materialsammlung wiederfinden: 

Artikel 2 der Kinderrechte verpflichtet dazu, alle Kinder und jungen Menschen vor Diskriminierung zu schützen – unter anderem aufgrund des Geschlechts. Dazu zählen auch geschlechtliche Identität, geschlechtlicher Ausdruck und Körpervielfalt. Pädagogische Fachkräfte sind häufig erste Ansprechpersonen für Kinder, die Ausgrenzung erleben oder sich in ihrer Identität unsicher fühlen. 

Für die eigene Kompetenzerweiterung zum Thema geschlechtliche Identität können pädagogische Fachkräfte das kostenfreie Online-Weiterbildungsangebot #BIT | Basics Inter und Trans* nutzen. In dem Abschlussbericht „Jung, trans, nicht-binär – Zwischen Fremd- und Selbstbestimmung“ wird die Lebenssituation trans- und nicht-binärer Jugendlicher in Deutschland untersucht. Im Leitfaden zum Selbstbestimmungsgesetz werden zentrale Fragen zur Änderung des Geschlechtseintrags und Vornamens beantwortet. In Einfacher Sprache ist die Broschüre ebenfalls verfügbar. Wie die Lebenslagen und Bedarfe von trans*Kindern und Inter*Kindern in der Kinder- und Jugendhilfe berücksichtigt werden können, zeigen Broschüren für die Altersgruppen 0-6 Jahre6-12 Jahre und das Jugendalter auf. 

Artikel 28 der Kinderrechte sichert das Recht auf Bildung, Artikel 29 beschreibt deren Ziel: die volle Entfaltung der Persönlichkeit sowie die Achtung der Menschenrechte und der Vielfalt. Bildungseinrichtungen sind damit zentrale Orte, an denen Kinder lernen, mit Unterschiedlichkeit respektvoll umzugehen – und sich selbst anzunehmen. Für pädagogische Fachkräfte und Lehrer:innen heißt das, geschlechtliche Vielfalt altersgerecht zu thematisieren, stereotype Rollenbilder zu hinterfragen und Lernmaterialien zu nutzen, die unterschiedliche Lebensrealitäten abbilden. 

Mit Kinderbüchern wie Julian ist eine Meerjungfrau oder PS: Es gibt Lieblingseis können Themen wie Vielfalt, Intergeschlechtlichkeit und Vorurteile altersgerecht mit Kindern ab vier Jahren bzw. In der Grundschule aufgegriffen werden. Zu beiden Büchern sind pädagogische Begleitmaterialien verfügbar. Informationen zur wertschätzenden Begleitung von trans*Kindern und ihren Geschwistern in Kindertageseinrichtungen gibt es in der Broschüre Gelebte Vielfalt: Alle Kinder sind willkommen! 

Basiswissen, Hintergrundinformationen und konkrete Hinweise zu Homo-, Bi-, Trans- und Inter*freundlichkeit in der Schule finden Lehrkräfte und Sozialarbeiter:innen in dem Band Schule lehrt/lernt Vielfalt. Das Heft Was geht? Über Geschlechter, Liebe und Grenzen und das dazugehörige pädagogische Begleitmaterial bieten einen guten Einstieg in das Thema. Unterrichtsentwürfe zu Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung für die Sekundarstufe 1 und 2 gibt es bei zwischentöne, Einheiten zu queerer Geschichte wie dem Paragraph 175 stellt queer history bereit und eine Unterrichtseinheit zu Intergeschlechtlichkeit und dem Zusammenhang zu Sichtbarkeit und Menschenrechten hat die Gruppe Queeramnesty zusammengestellt. Das Planspiel LGBTI-Rechte in der EU thematisiert den Prozess um die Aushandlung von Schutzrechten für lesbische, schwule, bisexuelle, trans‑ und intergeschlechtliche Menschen (LGBTI).  

Pädagog:innen, die queere Arbeitsgemeinschaften (AGs) an ihren Schulen initiieren, begleiten und inklusiv gestalten wollen, finden in Engagement von Schüler*innen unterstützen! – Leitfaden zur Gründung und Begleitung einer Queeren AG eine praxisorientierte Anleitung. Der Queere Erst-Beratungs-Koffer ist ein digitales Informations- und Unterstützungsangebot für Fachkräfte der Jugendhilfe. lambda space ist Deutschlands erstes digitales queeres Jugendzentrum, das jungen Menschen zwischen 14 und 26 Jahren einen sicheren, geschützten Online-Raum bietet, um sich auszutauschen und Gemeinschaft zu erleben. In dem FAQ queersensible Jugendreisen finden pädagogische Fachkräfte Information zur gemischtgeschlechtlichen Unterbringung auf Ferienfreizeiten. 

Die Auseinandersetzung mit geschlechtlicher Vielfalt ist ein wichtiger Teil kinderrechtsbasierter Pädagogik. Die UN-Kinderrechtskonvention bietet dafür einen klaren Rahmen: Sie verpflichtet dazu, Kinder zu schützen, zu beteiligen, zu fördern und in ihrer Würde anzuerkennen. Pädagogische Fachkräfte, Lehrer:innen und kulturelle Bildner:innen leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Kinder unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität sicher, gesund und selbstbestimmt aufwachsen können. Geschlechtliche Vielfalt anzuerkennen heißt, Kinderrechte konsequent umzusetzen.