Mit der Beteiligung von Kindern am Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) für die Altstadt setzt das Jugendamt der Stadt Nürnberg ein starkes Zeichen für eine kinder- und jugendgerechte Stadtplanung. Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie differenziert Kinder ihre Lebensumgebung wahrnehmen und welche konkreten Wünsche sie an die Zukunft ihres Stadtteils haben. Im Rahmen von Befragungen und Kinderforen in Schulen und Horten brachten zahlreiche Kinder ihre Perspektiven ein. Dabei wurde deutlich: Kinder wünschen sich vor allem mehr Grünflächen und naturnahe Räume, sichere Schulwege sowie weniger Verkehr. Auch konsumfreie Spiel- und Aufenthaltsflächen, vielfältige Freizeitangebote und ein respektvolles Miteinander spielen eine zentrale Rolle. Gleichzeitig benennen sie klar Orte, an denen sie sich unsicher fühlen, und formulieren konkrete Verbesserungsvorschläge. Die Perspektiven der Kinder kontextualisieren die einzelnen Handlungsfelder des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts, welches im Sommer 2026 vom Nürnberger Stadtrat beschlossen werden wird.
Wie werden Kinder und Jugendliche beteiligt?
Die Auswahl der Methoden stand dabei neben der Altersangemessenheit insbesondere unter dem Postulat, dass Kinder Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt sind. Daher wurde für den Kinderbeteiligungsprozess zum INSEK Altstadt ein Mixed-Methods-Ansatz gewählt. Durch die Kombination qualitativer als auch quantitativer Elemente können Einstellungen, Motive sowie die sozialraumbezogenen Bedarfen und Bedürfnissen von Kindern besonders gut gemessen werden. Dadurch steigert sich die Qualität der Ergebnisse und wird nuancierter. Für den quantitativen Teil der Kinderbeteiligung wurden in der Grundschule Insel Schütt und der Grundschule Paniersplatz Pen&Paper-Fragebögen an die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen verteilt. Ein analoger Fragebogen erweist sich bei der Befragung von Kindern besser handhabbar als ein digitaler Fragebogen, denn er setzt keine technischen Voraussetzungen, wie ausreichend Endgeräte und stabile Internetverbindung voraus. Gleichzeitig ermöglicht ein Papierfragebogen das Ankreuzen auf der Stadtkarte und Malen eines Bildes auf der Rückseite. Dies regen das räumliche Denken und die Fantasie an und ist in seiner handlungsorientierten und kreativen Vorgehens-weise für Kinder praktikabler. Durch die standardisierte Form der Erhebung mittels Fragebogen wurden zudem die Vorgaben des Datenschutzes eingehalten und so wenig Daten wie möglich erhoben. Parallel zu der quantitativen Erhebung fand im Hort Hintere Insel Schütt und im Hort Vestnertormauer jeweils ein qualitatives Kinderforum als kindgerecht modifizierte Planungszelle statt. Die Wahl der Kleingruppen sowie der damit verknüpften Themen fand bei den Kinderforen interessensgeleitet statt, um eine starke Lebenswelt- und Bedürfnisorientierung sicherzustellen. Um den sicheren Rahmen der Kinderhorte zu wahren, fand keine gesonderte, wie sonst in der Planungszelle vorgesehene, Befragung von Politikerinnen und Politiker statt.
Weitere Informationen: https://www.nuernberg.de/imperia/md/kinder_und_jugendliche/dokumente/beteiligung/26_br_kinderbeteiligung_insek_altstadt.pdf


