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Meet&Greet: UNICEF-Bericht – „Eine Perspektive für jedes Kind“

Am 04.12.2025 berichteten Jan Braukmann (UNICEF) sowie Dr. Thorsten Naab und Dr. Alexandra Langmeyer (beide Deutsches Jugendinstitut e.V., DJI) über den am 12.11.2025 veröffentlichten UNICEF-Bericht zu Lage der Kinder in Deutschland „Eine Perspektive für jedes Kind“. Dieser seit 2006 aller zwei Jahre veröffentlichte Bericht hat zum Ziel vergleichbare und für politische Entscheidungen nutzbare Daten zu veranschaulichen. 

Der diesjährige Bericht wurde im Auftrag von UNICEF durch das DJI verfasst. Erstmal fand eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen statt. Insgesamt wirkten 23 Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren an Themenfindung und Gestaltung des Berichts mit. Eine Datenbank sowie der Gesamtbericht, Zusammenfassungen und zusätzliche Einblicke in den Bericht sind hier einsehbar.  

Dr. Thorsten Naab und Dr. Alexandra Langmeyer stellten die zentralen Ergebnisse des Berichts dar. Neben gravierenden, strukturellen Problemen zeigt der Bericht v.a. dass Armut die Dimension ist, durch welche sich eben jene manifestieren. 1,3 Mio. Kinder und Jugendliche wachsen in Deutschland im Deprivationskontext auf. Hier zeigt sich ein besonders folgenreiches Problem: Familien mit wenig finanziellen Ressourcen können die bestehenden strukturellen Probleme weniger gut auffangen, wie Familien mit höherem sozioökonomischem Hintergrund. Zeitgleich wurde aufgezeigt, dass ein positives Familienklima die negativen Effekte materieller Knappheit auf das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen abfedern kann. Umgedreht ist es z.B. dem System Schule nicht möglich diverse Mängel, die Kinder und Jugendliche in Familien erfahren können, auszugleichen. Dies ist ein klarer Hinweis auf die bestehenden strukturellen Herausforderungen. 

Abschließend stellte Jan Braukmann folgende Themenbereiche für Handlungsempfehlungen aus dem Bericht für die Politik vor: 

  1. Hochwertige Infrastruktur bereitstellen und die am stärksten benachteiligten Kinder gezielt fördern 
  2. Familien stärken und ihre Handlungsfähigkeit fördern 
  3. Beteiligung und Interessenvertretung von Kindern strukturell verankern 
  4. Städte und Gemeinden für Kinder lebenswert machen  
  5. Digitale Kompetenzen aller Generationen ausbauen  
  6. Mentale Gesundheit von Jugendlichen stärken und niedrigschwellige Angebote ausbauen 
  7. Kindern politische Priorität geben – wirkungsvoll, evidenzbasiert und kinderrechtlich begründet 

In der anschließenden Diskussion mit den Teilnehmenden wurde die hohe Relevanz der Berichtsinhalte deutlich. Die lebhafte Debatte und zahlreiche Rückfragen unterstrichen den Bedarf an weiterem Austausch und konkreten Lösungsansätzen.